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neulich ist mir etwas sehr nettes passiert.



es war früher abend, die wintersonne war im begriff unterzugehen. ich war unterwegs in der u-bahn, mit mir menschen, die von der arbeit nach hause fuhren, erschöpfte, ausgelaugte, unzufriedene gesichter. kein besonderes bild in einer winterlichen großstadt, doch auf einmal hatte ich ein drückendes gefühl, das man auf leichenschmäusen bekommt, wenn alle um einen herum dunkle kleidung anhaben und vom tod sprechen. ich machte die musik aus meinen kopfhörern leiser und fing an, die menschen zu mustern. ich suchte nach einem kleinen zwinkern, einem huschenden lächeln. ich lauschte.. nichts. langsam wurde auch ich bedrückt, senkte meinen blick. eine schneekugel gefüllt mit kleinen, glitzernden teilchen, die teilchen, vor kurzem aufgeschüttelt, schwebten nun langsam wieder auf den grund, bedeckten den winzigen nachbau eines grauen u-bahnwagons.

und dann geschah etwas, womit nicht gerechnet hätte. etwas beinahe ..zauberhaftes. als hätte jemand sich einen spaß erlaubt und ein stück würfelzucker in den brunnen geworfen.

in den wagon steig ein alter mann und setzte sich auf den freien sitzplatz, mir gegenüber. er war bestimmt schon in der pension, mitte 60 vielleicht, ein großvater. er trug einen einfachen beigen mantel, eine karierte hose, dazu passende socken und schuhe, auf seinem kopf saß eine ordentliche schirmmütze. alles an ihm sah sehr gepflegt und ordentlich aus. er gefiel mir, und ich fragte mich, ob er enkel hätte, denen er geschichten vorlas. die vorstellung war angenehm und ich lächelte zufrieden in mich hinein. der alte mann aber blieb nicht einfach nichts tuend sitzen, er holte aus einer manteltasche ein kleines altes klappmesserchen, aus der anderen zog er einen tiefroten apfel. er klappte das messerchen auseinander und begann, eine dünne spalte aus dem apfel zu schneiden. saftiges, gelbes fruchtfleisch kam zum vorschein. nachdem er die erste spalte gegessen hatte, schnitt er sich die nächste. mit der gleichen gelassenheit, ohne jegliche hast, schnitt er spalte um spalte ab und aß. ich beobachtete das schauspiel mit großem vergnügen. schließlich macht einem die stadt nicht jeden tag so ein tolles geschenk. die trauergesellschaft war längst aus meinen gedanken verschwunden und die kleinen glitzerteilchen tanzten fröhlich im kreis. als der mann die letzte spalte gegessen hatte, nahm er ein kleines stofftaschentuch aus einer manteltasche, wischte das messerchen sorgfältig ab, klappte es zu und ließ beides wieder in der manteltasche verschwinden. dann stieg er aus, sein timing war perfekt. ich freute mich wie ein kleines kind, es war wie ein gut inszeniertes bühnenstück. als die u-bahn sich wieder in bewegung setzte, sah ich dem alten mann nach, wie er den apfelstrunk in den nächsten abfalleimer warf und richtung rolltreppe ging. dann fuhr mein wagon ins dunkle.

ich drehte die musik wieder lauter und schloss die augen. bald würde auch ich aussteigen und diesen verwunschenen wagon weiterfahren lassen. kurz überlegte ich, mir die wagonnummer zu merken, doch ich verscheuchte den gedanken gleich wieder. es bringt nichts, sich krampfhaft an fragmente schöner erlebnisse zu klammern, dachte ich, als könnten sie einem das gleiche gefühl immer und immer wieder verschaffen. das angenehme gefühl in mir war noch ganz warm und greifbar, als ich aus der u-bahn stieg. die angenehme erinnerung ist geblieben.

7.3.05 18:45


- da ist keine liebe.

- gar keine?

- nein.

- .....

- da war auch nie welche

- bist du sicher?

- aber ja. so sicher wie dieses eine mal war es noch nie.

- ......

- bist du jetzt traurig?

- .....

- du solltest nicht trauern.

- (gedankenverloren) .............keine liebe....?

- ist besser so, glaub mir.

- wie kann das gut sein?

- es wäre keine gute liebe geworden.

- es gibt schlechte liebe?

- ja...

- NEIN! das glaub ich nicht.

- warum?

- es gibt nur die gute liebe.

- du spinnst.

- nein, es ist so. die liebe ist immer gut.

- du träumst.







8.3.05 03:22


sternchen kann sie alle haben

alle männer dieser erde



und ich sitze da und sehe zu, wie sie tanzt. geschmeidig wiegt sie ihre hüften, schwingt ihren wohlgeformten po, dreht sich im kreis, macht einen verführerischen kussmund. sie sieht so aus, als wäre ihr körper nur dazu geschaffen worden, zu tanzen. sie ist so schön. beinahe widerwillig beobachte ich jede ihrer bewegungen. jede ist perfekt ausgeführt, perfekt wie sie selbst. ein junges mädchen, süße 21, mit großen blauen augen, hübscher nase, glänzenden zähnen, vollen brüsten. mit einem bezaubernden kosenamen - sternchen.



sternchen kann sie alle haben

alle männer dieser erde



mein blick gleitet ab von ihr und durch den raum. da stehen sie, sitzen, lehnen lässig an der bar, ganze horden. sie lassen ihre lüsternen blicke heraushängen, wie hunde ihre nassen roten zungen. folgen ihr, fassen sie an, ziehen sie aus, greifen fester. ich kann es in ihren glasigen augen sehen. sie wollen sie haben. und sie? sie weiß es. sie tanzt scheinbar unberührt, aber in ihrem inneren kocht sie. sie nährt sich von den blicken, die auf ihr haften. sie saugt sie gierig auf, durch die poren ihrer haut, wie eine raffinierte pflanze. sie hat sie alle.



und je mehr von ihnen sie sich einverleibt

desto wilder tanzt sie.
9.3.05 23:01


ich habe heute morgen wieder einen schatz gefunden.



wusstest du, wie taubenfüßchen auf marmor klingen?

es ist ein leises, fast unhörbares rascheln.. wie das rascheln eines bonbonpapiers.. nur eben ganz klein, leise und lebendig.



winzige bekrallte füßchen tippeln hastig durch die ubahnstation.



solche akustischen leckerbissen findet man nur in einer großstadt an einem kalten sonntagmorgengrauenmorgen.



stolz darauf.

ich graue alte taubenfrau / schatzhüterin.

13.3.05 07:35


würde ich mir mich genauso vorstellen, wie ich bin, wenn ich jemand anderes wäre?



wenn ich in den spiegel sehe.. wie kann ich sicher sein, dass ich es bin, die mich da ansieht?



manchmal sehe ich diese wunderliche person lange an. und sie kommt mir vor, wie eine fremde. diese augen.. diese merkwürdigen kleinen augen. die lippen, die sich irgendwie ungewöhnlich bewegen.. solche lippen gibts doch gar nicht.. oder bilde ich es mir nur ein? bilde ich mir auch ein, dass die wunderliche person, die mich da anblickt ganz andere gedanken hat als ich? ganz andere wünsche, träume, gelüste, vorstellungen? hat sie das, was ich nicht habe? kann sie mir geben, wonach ich suche? vielleicht ist sie viel klüger als ich. ja, das wird es sein. sie hat bestimmt schon pläne für die zukunft. sie weiß, was sie will. und doch.. ist da diese vertraute einsamkeit die sie zu umhüllen scheint. ..

dann mache ich eine bewegung und bin fast schon erstaunt, wie synchron die wunderliche person meine bewegung nachahmt. die wunderliche person scheint genauso überrascht zu sein. und so stehen wir uns gegenüber. jeder denkt über den anderen nach. und fragt sich, wie das leben auf der anderen seite des spiegels wohl ist.
13.3.05 20:02


drei körper in einem raum



zwei reden miteinander

zwei rauchen

zwei lachen über männer

zwei wollen das selbe

zwei raufen

zwei berühren einander

zwei sehen nur zu

zwei liegen im arm

zwei trinken gierig

zwei seufzen verzückt

zwei lassen sich gehen

zwei wollen nicht recht



zwei gehen nach hause

einer schläft ein
14.3.05 22:01


gedanken an das fallen, teil 1



ich hörte dieses lied..

da hieß es 'loss di einefoin in d'nocht'

und da überkam es mich...

ich stand auf dem dach eines hochhauses, unter mir rauschte das leben. die sonne schien vor einigen stunden untergegangen zu sein, aber nichts erweckte den anschein, als ob sich die stadt jemals zur ruhe begeben würde. eine warme nacht. ein windstoß erfasste mein haar, hob es hoch und spielte damit.

ich trat also an die kante und sah hinab in die tiefe. bunte lichter und straßenlärm unter mir. 'loss di einefoin.' ich schloss die augen, drehte mich um und ließ mich nach hinten fallen, einfach so. und ich rauschte hinab in die nacht, hinein in das leben unter mir. ich genoss den wind im rücken, mein herz schlug schnell aber mein atem ging ruhig. ich fühlte mich glücklich. sah die bunten lichter an mir vorbeisausen, hörte den straßenlärm lauter werden, bald schon stimmen, hellere lichter, immer tiefer hinab.. und dann.. kurz vor dem aufprall bremste ich ab, sah mich kurz um, in zeitlupe.. und wie eine geistgestalt flog ich im nächsten augenblich wieder.. die straßen entlang. an den menschen vorbei, an den lichtern. dann wieder hinauf, an den glasfronten der hochhäuser empor, schoss in den himmel, hoch, höher. kurz vor den wolken hielt ich inne und blieb schwebend in der nacht stehen. sah mich um. da war der mond, da waren wolken, die silbern leuchteten, das bunte leben der stadt. ich lächelte zufrieden, es war schön. ein windhauch erfasste mein haar, mein kleid, spielte damit. und ich wusste, im nächten augenblick müsste ich wieder



fallen.
16.3.05 21:52


geschichten vom fallen, teil 2



es sollte die ultimative vereinigung zweier individuen sein.

ein magischer augenblick der zweisamkeit, durch nichts zu ersetzen. an die spitze getriebene liebe, das letzte gefecht, der gipfel der zusammenkunft. zuerst sehen sie sich an, lange. ohne etwas zu sagen, worte sind nicht notwendig. dann berühren sie sich, langsam. jeder milimeter, den sie sich auf einander zubewegen, wird bewusst und in all seiner kostbarkeit wahrgenommen. das feuer fängt an zu brennen, wenn sie sich erreichen. sie legen ihre hände auf die des anderen, spielen mit den fingerspitzen. wenn sich ihre lippen treffen, explodiert ihr kopf. alle gedanken werden befreit, alles unnötige ist mit einem schlag ausgelöscht. zeit, lage, das wie und das warum. in diesem augenblick vor der vereinigung sind sie leer. rein. hüllen, geschaffen dazu, den anderen in sich aufzunehmen. lichtgestalten, die sich nur von gefühlen nähren. wenn er in sie eindringt ist es wie ein strom an energie, der sie durchfließt. sie nimmt ihn in sich auf, verleibt ihn sich ein. beiden geben alles, sind eins. sie wissen genau, was dieser akt bedeutet. tauchen in des anderen gedanken, suhlen sich in der wohligen wärme. der gipfel ist erreicht, in einem extatischen moment entlädt sich die kraft, die sie gemeinsam geschaffen und aufgebaut haben. liebe umhüllt sie, wenn sie in des anderen arm einschlafen. selig.
19.3.05 15:40


hör zu, es fließt aus meinem mund

der süße erdbeersaft

halt

still

frag nicht warum

kraft schrei davon

heraus

keine metapher, nein

streck deine zunge, einen tropfen nur

will ich dir geben

vorerst
19.3.05 23:26


'ich will mich nicht zu sehr hineinsteigern.'

ich schreibe diesen satz mit blut auf ein stück leinen und verbrenne es. vielleicht bringt mich die schwarze asche in den fingern weiter und raus aus dem dummen zwinger, in dem ich mich befinde. kleine jana meint nämlich sie hätte 'es' verlernt.

'es hat doch keinen sinn.'

ich schreie es hinaus, und es kommt kein echo. ein gutes zeichen. nun ist es aus mir raus und für immer verflogen. nie wieder wird es mich quälen und mich glauben machen, mir würde 'sie' ja gar nicht zustehen.

'da läuft nichts..'

und diesen verwende ich eindeutig zu oft. wird er denn nicht weniger? so wie es sich anfühlt, wird 'er' immer mehr. es wird nie wieder etwas 'laufen'. erstens, weil kleine jana 'es' verlernt hat. und zweitens, weil 'sie' ihr eigentlich auch gar nicht zusteht. NEIN, verdammt.



so kanns nicht weitergehen.



ich habe meinen kopf trainiert, zu denken. das hab ich nun davon.



22.3.05 01:49


ganz unerwartet wurde es kalt, links im brustkorb.

hab ich einen geist eingeatmet, oder ist es gar schlimmer?
22.3.05 11:09


ich dachte über drogen nach.

vielleicht ist drogenmissbrauch ein weg, mein gehirnaktivitäten abzuschwächen und den blick auf taten zu konzentrieren. einfache handlungen, die mein leben schöner machen können. alle blokierenden gedanken, einfach weg. keine zweifel mehr. kein 'was wäre wenn'. dann hätte ich damals, als du neben mir gesessen hast, einfach meinen kopf auf deine schulter gelegt, um dir zu zeigen, dass ich dich mag. und was wäre dann gewesen? dann hättest du vielleicht sogar deinen arm um mich gelegt. wir hätten uns geküsst. ich hätte dich so gern geküsst. aber ich dachte immer nur: nein, was ist, wenn du es nicht willst. was ist wenn, was ist wenn, was passiert, wenn.. dumme, dumme, unnötige gedanken.

zurück zu drogen. werden drogen mich in meinem tun 'ursprünglicher' machen? (um nicht zu sagen 'primitiver') ich sollte das feuer für mich neu erfinden.

nicht zu viel an flammen denken.



(ach, alles quatsch)
27.3.05 19:29


wenn es zu kippen droht, was machst du?

augen zu und durch die nacht.



(es hat schon angefangen.)
28.3.05 20:06


also pass auf...



es ist dunkel. du bist im schlafzimmer. du hast gerade das licht ausgemacht. auf einmal spürst du etwas. du hältst inne, du hast das gefühl, dass jemand direkt hinter dir steht. es ist stockfinster, deine augen sind noch nicht an das dunkel gewöhnt. dein herz beginnt, schneller zu schlagen, du stehst wie angewurzelt da und wartest, was passiert. eine starke hand greift auf deinen unterarm und hält ihn fest. gerade so, dass es nicht wehtut, dennoch kraftvoll. du sagst kein wort. deine augen starren weit geöffnet in die nacht, aber du kannst nichts sehen. atem in deinem nacken, er ist warm. es ist ein mensch, ein mann, das weißt du nun. langsam führt er deinen arm nach hinten, sodass du anfangen kannst, ihn zu ertasten. starker, angespannter oberschenkel. du drehst dich um, nun stehst du direkt vor ihm. langsam gewöhnen sich deine augen an das dunkel und du fängst an, umrisse zu erkennen. das kinn, der hals, schultern. du hast gerade angefangen, gesichtskonturen zu erahnen, da atmet er tief ein und wieder aus. du hörst, wie sein atem zittert. im nächsten augenblick packt er dich unsanft und zerrt dich aufs bett. ...



(so und weiter geh ich jetzt nicht.)



(du meine güte.)
29.3.05 02:20


interessante erkenntnisse über mich selbst.



es tut weh. merkwürdig. da wo nichts war, kann nichts geworden sein.

(und doch...)



du gehst vorbei. gehst vorbei.

geh vorbei. nein. nein!

gehst vorbei-vorbei.

nein. nein. nicht.



noch etwas: ich bin meinem vorhaben, 'primitiver' zu werden, entscheidend näher gekommen. das krausen in der brust bestätigt es. wie einer ritzerin gibt es mir das gefühl, am leben zu sein.



geschafft, kleine jana. du hast es nicht verlernt.
29.3.05 20:15


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