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ich bin so müde vom laufen
so müde vom laufen
trag mich, ich bin so müde
so müde
1.3.06 22:31


'urbane wälder' nenne ich diese gedankenserie und widme sie dem marzipanmann. sie wissen es und posieren vor meinem inneren auge, vor meinem äußeren auge auch; und sie drehen sich, denn laufen können sie nicht. urbane wälder, wohin man schaut. traurige stadtbäume mit den wurzeln im beton, wie traurige haustiere ohne auslauf. aber die sonne tröstet, so wie der schlaf tröstet. das ist paul. und mein baum heißt birke. birke hat 40 cm tief erde, gedeiht prächtig. ich schließe birke in meine guten gedanken ein.

heute, vorbeigefahren an einem dunklen stück au. und lust bekommen, hineinzugehen. nicht allein, denn allein hätte ich angst. aber zwei herzen schlagen schneller. und es hat doch so etwas erotisches, die dunkelheit, die äste und das stille holz. so fast wie mit geschlossenen augen und vagen schritten. spüren, hören.

die sehnsucht nach dunkelheit, stille und natur mag für einen städter nicht ungewöhnlich sein. aber in diesem fall, in diesem fall ist es die sehnsucht nach schärfung meiner sinne. und der schrei nach vertrauen, nach einem zweiten herz.
1.3.06 22:58


das glück der erde liegt auf dem rücken der pferde!

(hilfe, hilfe, power horse überdosis.......!! *zuck*)
3.3.06 03:20


do a little dance
spread a little love
get down tonight

wenn das bettzeug nach einem mann riecht, die pyjamahose aber nach einem anderen, dann stimmt doch irgendwas nicht,
oder?

alles ist in einem stetigen wandel, alles ist in bewegung. meine teilchen fliegen ungeordnet durch die atmosphäre, ohne start und ohne ziel. und was ist es eigentlich? das etwas, wofür es sich lohnt, zu leben? wenn es ein sonnenstrahl ist, der in einer gläsernen hausfassade aufblitzt und ein feuerwerk im bauch auslöst. ein warmer moment voll sonne in der magengegend und sturmböhen in der seele. wenn das nicht reicht, was gibt es außerhalb der unseren wahrnehmung, ausßerhalb von licht und dunkel, jenseits des seins? warum zieht es gerade die verzweifeltsten nach diesem nirgendwo? was ist dort, das der letzte ausweg zu sein scheint, die heilung eines gescheiterten individuums. die reinigung? das neue?

das neue ist immer ein kleiner schritt ins leben und ein blick zurück auf den tod. ein wehmütiger blick zurück, und wankende schritte vorwärts.
6.3.06 23:46


so, ich versuche jetzt, ein lustiges kleines gedicht zu schreiben:

mit dem gesicht nach unten,
tief im dreck,
da liegt das kleine früchtchen
und kommt nicht mehr weg.
es kann sich nicht mehr lösen
aus dem morast.
und keiner hält ihm hin
auch nur den kleinsten ast.
es zappelt und es wimmert,
es blubbert und es zuckt.
es hat sich schon ein paarmal
am braunen dreck verschluckt.
oh komm, du guter regen!
erfülle deinen zweck!
und wasche fort das früchtchen
hinfort von jenem fleck.

geschafft. war doch gar nicht so schwer.
8.3.06 23:57


meine träume sind so traurig.

wahrscheinlich versucht mein unbewusstes, den schmerz aufzuarbeiten.
13.3.06 12:08


ich sprach neulich mit einem mann, der vor 3 jahren krebs gehabt hatte. mit 23 schon lungenkrebs. 'hast du viel geraucht?' - 'also weißt du, was ist viel, was ist wenig? man kann das nicht damit begründen.' nagut, ich habe bald gemerkt, er war schon sehr betrunken, es war spät, ein tiefsinniges gespräch durfte ich mir nicht erwarten. allerdings sagt man auch: ein kind und ein betrunkener sprechen die wahrheit. und so ließ ich mich auf das gespräch ein.
krebs. vor drei jahren bekam dieser mann also die nachricht, er hätte einen tumor in der lunge. darauf folgte chemo, die recht gut funktionierte. und heute geht es ihm gut. 'eine grenznahe erfahrung.. wie gehst du damit um? ist es jetzt anders?' und er meinte: 'ich lebe mein leben von einem tag auf den anderen. bin unverantwortlich. scher' mich nicht drum, ob ich zu viel trinke oder zu viel rauche. ich will meinen spaß haben und wenn ich deswegen früher sterben muss, seis drum!' ich war erstaunt. er fuhr fort: 'ich hab keine lust, mich gesund zu ernähren. ich will nur meinen spaß. wenn ich heute eine frau flachlegen will, leg ich sie flach und denk nicht an die konsequenzen. ist mir egal.' - 'und funktioniert es? dieses in den tag hinein leben?' er dachte einen augenblick lang nach. 'ja, es funktioniert.' ich war skeptisch. die sache kaufte ich ihm einfach nicht ab. und dann: 'außerdem.. ich weiß, mir kann eh nix passieren. gott mag mich nicht. der holt mich nicht so schnell zu sich.' - 'du glaubst an gott??' - 'bis zu einem gewissen grad glaube ich an gott. mal ja.. mal wieder nicht so..' lallte er. das gespräch war dabei, ins lächerliche abzugleiten. 'eins weiß ich. des hob i ma gschwoarn. wenn ich mal in den himml komm, und ich steh erm gegenüber, dann hau ich ihm eine rein!' - 'du willst gott eine reinhauen?' er grinste.
14.3.06 01:43


es wird nicht besser.

habe ich schon erwähnt, dass ich wieder schreibe? aha, ja.
wenn das herz blutet, zucken die finger. wie soll ich einen faden durch ein nadelöhr fädeln, wenn die finger zucken? mit kleinen glasperlen hantieren. das herz würde all die schönen stoffe vollbluten, alles wäre schmutzig. aber meine tastatur, die hat eine eingebaute rinne für das blut, das fließt dann von der seite ab, in ein kleines glas hinein, und alles bleibt sauber. das glas wird dann jeden abend vor dem schlafen gehen geleert. ich kippe das blut einfach in den blumentopf, der auf dem fensterbrett steht. wenn die pflanze blüten trägt, werden sie rot sein. blutrot, und rostig werden sie schmecken.

ich bin nicht anders, als die anderen.
all die künstler, die, sich in ihren blutlaken suhlend, ihre kinder gebären. mit zuckenden fingern fassen sie es vorsichtig an, das produkt aus schreien und zerren und um sich schlagen.

und dann wird es vielleicht besser.
weil es schon gut wird.
14.3.06 16:27


nein, ich finde nicht, dass wut ein unnötiges, energieraubendes gefühl ist!!

leckt mich doch alle mal kräftig am arsch.
15.3.06 20:55


das schiele - panna cotta.

eine freundin meiner mutter, an die ich mich nicht mehr erinnern kann, hat mir eine perlenkette geschenkt. genauer gesagt war es eine kette mit einem anhänger und eine konservendose, in der sich eine auster befand. dabei lag eine anleitung zum öffnen und töten der auster, um dann aus ihrem fleisch eine perle herauszuschneiden. die auster stank fürchterlich, aber offensichtlich war sie noch am leben. und bevor ich diesen umstand begriffen habe, war sie schon ermordet und entweidet worden. tatsächlich war da eine kleine, unflrmige perle, die wurde in den anhänger gesteckt, der wie ein tränenförmiger käfig aussah.

da sitze ich also bei meinem lieblingsitaliener. vor mir ein teller voll mit coze peppate. miesmuscheln auf pfefferweinsause. es schmeckt köstlich, ich bin gut gelaunt, und trotzdem geht mir gerade jetzt diese geschichte um die arme auster nicht aus dem kopf. ich esse muschel um muschel und mir wird mehr und mehr nach heulen zumute. irgendwie müsste man sich ablenken können, denke ich und versuche, mir die soeben gesehene schiele-ausstellung wieder ins gedächtnis zu rufen. die übermütige freude, die ich beim genauesten betrachten jeder einzelnen linie verspürte, die außergewöhnliche und berauschende farbigkeit, das gespür für die proportion, haut, haare, augen. und das bild: 'totes mädchen'. aha, da liegt also die auster begraben. habe ich mich tatsächlich am guten egon reizüberflutet, sodass mich seine harten blicke nun verfolgen.
dolce prego, zur beruhigung der nerven. der junge italiener bringt eine panna cotta und einen kleinen espresso. es schmeckt köstlich, und trotzdem: käse ist verfaulte milch. verfault verfault verfault! und der käsige weiße leib des panna cotta zittert. ich beginne, den körper zu bearbeiten. mit dem löffel reiße ich kleine stücke ab, schneide kanten. harte kanten in den käsigen, weißen wulst. gieße espresso über das blasse gebilde, patze mit schlagobers. irgendwann wird mir schlecht. es reicht schon, ist schon zu viel, ich kann nicht mehr. stehenlassen? und das bild vor augen, wie der junge italiener meinen schönen restkörper in den abfall wirft. ich esse weiter, obwohl es nicht mehr will.
draußen geht eine alte frau vorbei. sie ist so klein, gebückt, hat krücken. ich bewerfe sie mit dem rest, der noch übrig ist, die harten kanten schlagen in ihr weiches gesicht, sie schreit erschrocken auf.

nenn es von mir aus kunst, alte frau! ist mir doch egal. deine krücken schützen dich nicht!

mit dieser schönen vorstellung schlucke ich den letzten bissen und verlange die rechnung.
17.3.06 01:33


bin ich eine arrogante sau, oder gibt es wirklich so viele uninteressante menschen in dieser stadt?
18.3.06 13:44


mehr und mehr gelange ich zu der einsicht: ich BIN eine arrogante sau. und ungebildet obendrein.

farben zusammenmischen zu können ist keine bildung. das hat was mit gefühl zu tun. und was ist schon gefühl? gefühl hat jeder mal.
20.3.06 17:13


it's been a bad day.

diese leere macht mir angst.

(wenn man es niederschreibt, bekommt es einen gruseligen hauch von realität. also vielleicht doch nicht niederschreiben, dass man meint, den glauben an die liebe verloren zu haben. nicht niederschreiben, dass man noch wild um sich schlägt und trotzdem spürt, wie alles langsam kälter wird.)

ich hoffe, das vergeht wieder. ich hoffe so sehr, so sehr möchte ich glauben, dass es nur eine phase ist.

please don't take a picture.
20.3.06 21:21


aus meinem tagebuch, eintrag am 10.10.04 :
'.. am besten, ich schnalle mir einen festen riemen um mein herz, damit es nicht wild herumspringt und scheiße baut. ..'

was soll ich sagen..? außer: ich habe mich wohl verändert.
21.3.06 00:42


einst von der süßesten frucht gekostet, wird nie wieder eine frucht so schmecken, wie diese eine. alle darauf folgenden werden säuerlich sein, werden bitter sein, oder gar geschmacklos. bis vielleicht irgendwann die erinnerung an die eine süßeste frucht verblasst, der gaumen rauh wird, die sinne stumpf. dann wird jede frucht wie jede weitere schmecken, jede so wie die vorherige, tagein tagaus. bis man irgendwann gesättigt und doch unzufrieden auf die knie fällt und nicht mehr will.
21.3.06 22:57


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