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ich wünschte, ich könnte deinen schmerz auf meine schultern laden, damit du nicht so schwer zu tragen hast. ich kann vorausgehen mit der last durch den dichten nebel und du stapfst mir hinterher. ich wünschte, ich könnte dir ein großes, verlässliches leittier sein. an meinem zotteligen fell kannst du dich festhalten, wenn das gelände rutschig wird vom regen, und du kannst ruhen in meinem windschatten, wenn deine beine zu schwach sind um weiterzulaufen. in früher morgenstunde werde ich dich mit meiner warmen schnauze stupsend wecken. und vielleicht sieht man dann schon vorn am hohen horizont einen streifen, der das ende dieses tals bedeutet.
18.10.08 03:43


ich wachte auf und fand meinen haarreifen nicht mehr. er war wie vom erdboden verschluckt. ich schüttelte die decke auf, sah unters sofa. nichts. als hätte ich ihn im schlaf gegessen.

ich wachte auf und meine kleidung hing in fetzen. an einigen stellen war sie feucht, schleimig, fast aufgeweicht. ich stand auf und sah mich um, aber es hatte nicht geregnet. als wäre ich von etwas angekaut und ausgespuckt worden.

wir wurden unsanft geweckt und mussten auch noch mit erschrecken feststellen, dass wir nackt waren. was habt ihr getan? wir standen verschämt auf und suchten hastig unsere sachen, aber sie waren verschwunden. wir versuchten uns an gestern zu erinnern, nicht leicht unter all den vorwurfsvollen blicken. hatten wir solchen hunger, dass wir in der nacht unsere kleidung gegessen hatten?

ein pulli aus mohnnudeln, eine hose aus noriblättern.
eine weste aus getrocknetem fisch, hartkäseschuhe.
unterwäsche aus marzipan. ein hut aus zuckerguss.
18.10.08 21:30


grabräuber.

haben wir nun alle illusionen begraben? nein, das glaubt man nur immer, aber so ist das natürlich nicht, sie wachsen immer wieder nach. sie wuchern wie die wilden. man versucht es mit allerlei substanzen, chemische, biologische, psychologische, umgekehrt psychologische, alles ohne erfolg. du atmest durch, nachdem du die dreckige schaufel müde ins feld geworfen hast und glaubst für einen moment wirklich frei zu sein. und plötzlich spürst du, dass dein blick trübe wird und die knie schwach und ehe du dich noch wehren kannst, durchstößt sie dich mit tausend fliederfarbenen fäden. mit allerletzter kraft und dem winzigen übrigen funken verstand holst du die streichhölzer aus der hosentasche und zündest dir ein bündel stroh an, wartest bis die flamme groß genug ist und wirfst dich hinein.

dann nur mehr die verkohlten fäden abkratzen, ab damit in ein loch, frische erde drüber und ein gebet - mögen die wunden schnell genug heilen, bis das nächste wunder um die ecke kommt.
24.10.08 03:15


tonight i want to be reborn to
what i have not been before
24.10.08 21:45





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