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das parterre
die erste loge
die zweite loge
der balkon
die galerie

es ist massiv gebaut, beruhigst du dich, aber wenn das ding schreit, ohrenbetäubend, tosend, eine grube, und am rand drängen sie sich, hängen über das geländer, brüllen, es wird einem schon kurz etwas mulmig. aber ich wollte das schon immer. ganz hinauf und in den abgrund schauen, hoch über den scheinwerfern und hinabsehen. der aufsteigende dunst nimmt einem den atem. weit von über gebeugt, die finger gekrallt in den roten samt, den körper nach vorne um einen blick zu erhaschen vom geschehen, dessen dröhnen verzerrt da oben ankommt. und jubel, jubeln, schreien, die oberen dürfen schreien, winken, toben. rufen, es erzittert der luster, beinah greibar vor den augen.

taumeln in tausend scheinwerfern.
5.7.09 00:33


es greift! endlich keine 'susanne hat 30 kg in 2 wochen abgenommen!' werbebanner mehr!! hab ich mein geschlecht nämlich geändert von weiblich auf männlich. jetzt bekomm ich werbungen von stayefrönds, eifoune 3dschi und gay parschwipps. konzept geht auf, das internet bleibt berechenbar, man ist immer noch die überlegene spezies, der kleks vogelscheiße auf dem höchsten punkt des mächtigen felsens der evolution. jetzt noch ein paar schlagwörter: penis, schwanz, wünschelrute, mondschein, skateboard, pimmel, viagra, liebe, würstchen, bananasplit, massageöl, ferrari, maserati, bugati, felatio, karohemd.

vielen dank.
7.7.09 15:40


oder doch lieber: titten, geil, wasserrutsche, höhlentaucher, brüste, bikini, zigarren, zigaretten, formel 1, eisgrotte, abschlecken, abgeilen, geil, schlagobers, leder, arsch, ärsche, geile ärsche, flachbildfernseher, geld, bier, koks, grillen, feuer, würstchen, geil, mausi, schatzi, schwanz, schwanz, pimmel, nutte.

^___^
7.7.09 15:47


du musst dich mit ihm aussprechen, sagt n. erst wenn die offenen fragen beantwortet sind, kannst du abschließen. ihr müsst euch treffen, euch wieder sehen, miteinander reden.

was für eine horrorvorstellung. ihn wiedersehen. in seine augen sehen, alle details seines gesichtes, wie die mimik spielt, wie das haar fällt, den klang der stimme. und ich kann ja nichtmal ein foto von ihm einfach so ansehen, es krampft sich etwas zusammen in mir drinnen. oh nein oh nein, murmelt es unwillkürlich und die hände legen das bild schnell weg. ich sehe sein gesicht nicht mehr genau vor meinem inneren auge. aber ich kann die stimme noch hören und ich spüre noch die festigkeit der umarmung. das war unser drittes treffen, wir standen in seinem vorzimmer und haben uns umarmt. und es war, als wären wir geschwister, die sich ein halbes leben lang nicht gesehen hatten. diese umarmung vergesse ich wohl nie. 'wie schön, dass du endlich da bist. so gut, dich zu haben.'

schrecklich, wenn ich daran denke, ihm gegenüber zu sitzen, über das zu reden, was mich so traumatisiert hat, das ereignis, das so eine tiefe furche durch meine persönlichkeit gezogen hat. der graben ist noch längst nicht zugeschüttet, leider noch längst nicht.
ich habe vorgestern eine alte kiste gefunden, mit alten geburtstagsglückwunschkarten, fotos, briefen von meinem vater. da lag es, sein diplomprüfungszeugnis. mit amtlichem stempel, originalunterschrift. er hat es mir einmal in einem brief geschickt, warum genau, weiß ich nicht mehr. ich packte das blatt in ein kuvert mit einer kurzen nachricht. die adresse weiß ich noch auswendig.

was ist das, ist das noch liebe, oder ist das schon wahnsinn. oder nichts von beidem, ein haufen offener fragen, der mich quält. ich habe nie gefragt. ich habe immer mitgespielt. die letzten fragen konnte ich nicht mehr stellen, hatte einfach keine kraft. ob ich jetzt bereit dazu bin, weiß ich nicht. es ändert nichts. es würde nur den graben tiefer machen.

abschließen, ruhe finden. das wäre schön. aber brauche ich das nicht auch? den schmerz, die erinnerung, den letzten kleinen funken gefühl.
weinst du noch deswegen?, fragt n. nein, ich weine schon lange nicht mehr. aber es vergeht kein tag ohne einen gedanken an ihn. und vielleicht ist es einfach schon ein teil von mir. oder nimm es endlich von mir, ich will frei sein.
8.7.09 02:29


wir sind ein stück weiter hinabgestiegen, zum kern. es wird hier schon spürbar wärmer. man hat kein gold gefunden, man hat leichen gefunden, erstaunlich gut erhalten, erstaunlich gut. den hammer hat man genommen und kurz gezögert. zerstören! zerstören, zerstören! pfeif auf die nachwelt, die wird sich ihre eigenen götzen einlegen müssen. also draufhauen, und das ding bricht erstaunlicherweise einfach in sich zusammen und ist jetzt fast von dem anderen dreck, dessen reste da rumliegen, nicht mehr zu unterscheiden. jetzt nicht ausflippen und extra noch säure draufgießen, einfach verrotten lassen, wird sich ja immerhin mal fruchtbarer boden bilden aus dem die nahrung für neue scheiße sprießen kann.

ja, prickelnd ist das alles irgendwie nicht, man hätte sich doch interessantere entdeckungen erwartet. bisschen mehr monster, bisschen mehr treibsand, kanibalen oder zumindest .. ach hols der teufel. vielleicht bin ich für drama einfach schon zu alt.

nichtmal der eine da macht mich noch richtig an. er ist schön, mein gott ist er schön, aber was bleibt unterm strich. wenn man sich einbildet, etwas haben zu wollen, das nicht die gleiche sprache spricht und nicht das selbe spektrum an licht sieht. und die gesten verfehlen einander in ihrer sinnhaftigkeit, werden nicht verstanden, falsch gedeutet. dass er so hart ist, das ist so schön weil ich so weich bin. weil er nein sagt, lege ich den kopf schief und sage: ach sei nicht so. blinde sternenkrieger, die mit ihren lichtschwertern in der leere rumfuchteln. wo bist du, hargh! zeig dich, du wüstling! nur bin ich nicht sein feindbild und ich will ihm ja auch gar nichts tun, eigentlich. armer getretener kater, komm her an meine brust kuscheln, oh hallo helfersyndrom/selbstüberschätzung, lange nicht gesehen. so frisst man sich durch den tag und scheißt aus und wundert sich nicht.

und will man wieder leichen sehn, so muss man nochmal tiefer gehen.
tiefer, immer tiefer, immer tiefer gehen.
17.7.09 16:49


EIER!

sie haben eier gelegt. irgendwie unheimlich, wenn man ein gelege entdeckt. eier. leben. sie vermehren sich. da, sichtbar vor meinen augen liegen sie, in die erde gegraben und es wächst etwas in ihnen. man sieht nicht genau, wieviele es sind, aber es ist nun meine aufgabe, sie zu bergen und zu vernichten, bevor es zu spät ist.
17.7.09 16:53


ja. nein. was hast du gesagt?
du kommst und springst herum und ich springe herum und dann erklingt eine melodie und eine stimme aber dann verpasst du den feinen fin der geschichte. nämlich das ist es eigentlich, was wirklich mal wichtig wäre, zu erleben, für dich, vielleicht, für mich und nicht ganz so arg betrunken, wobei ich das, wenn ich ehrlich sein muss, gar nicht glauben will, dass das so abgelaufen ist, aber egal, das ist ja wieder was anderes gewesen. mal die anderen dimensionen an ihrem platz lassen. aber der fine fin in dieser dimension hier, unter realen bedingungen, das hängenbleiben, das vertraute herumspielen. weil - da erklingen melodien und es gibt gerüche und man zeigt sich gegenseitig dinge, die man mag. und es ist schon fast 2 und wir werden gemeinsam müde. du verpasst das, du bist irgendwo, vielleicht auch am müde werden.
nein, was?
'man kann diesen menschen so schwer einschätzen.' - warum sagen das alle? oder bin ich total falsch hier und das bist eigentlich gar nicht du, den ich erkenne, sondern eine illusion. so eine mischung aus meinen wünschen und ängsten und wortfetzen, die man aufgeschnappt hat, in filmen und büchern geschrieben von kaninchen.
was hast du gesagt? ich hab nicht aufgepasst.
melodien, melodien, der tag ist dominiert von musik, sowas schönes. und ich höre (was du hörst) und ich schmecke (was dir schmeckt). schön, danke, kann das nicht immer so sein, bitte. nein.
was?
19.7.09 01:53


ich bins so leid, diese spielchen zu spielen. was machen wir, warum verstellen wir uns immer? woher kommt nur diese ständige angst, etwas falsch zu machen, sich zu blamieren, enttäuscht zu werden. denn versagen, verlust von würde, enttäuschung, das sind doch dinge, die aus unserem inneren kommen, lauter kleine und große schweinehunde, aber nicht unkontrollierbar. alles eine sache der selbstfindung.
er versucht immer so sehr nicht das zu sein, was er gern wäre, aus angst, mit dem wahren ich nicht einverstanden zu sein. weil es doch viel einfacher ist, für etwas gehasst zu werden, das man nicht ist, als zu riskieren, gehasst zu werden für das, was einen ausmacht. wenn statt des üblichen dreckes einmal das eigene warme herzblut an seiner haut klebt, aber die welt nicht mehr das eine von dem anderen unterscheiden kann. ich kann mir gut vorstellen, was das für ihn bedeutet und deshalb akzeptiere ich auch seine cholerische kotze auf meinen schuhen. dabei bin ichs wirklich leid. dieses ständige künstliche sich winden in einem nicht vorhandenen klammergriff.

..vielleicht erwarte ich auch zu viel.
26.7.09 13:59





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