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du musst dich mit ihm aussprechen, sagt n. erst wenn die offenen fragen beantwortet sind, kannst du abschließen. ihr müsst euch treffen, euch wieder sehen, miteinander reden.

was für eine horrorvorstellung. ihn wiedersehen. in seine augen sehen, alle details seines gesichtes, wie die mimik spielt, wie das haar fällt, den klang der stimme. und ich kann ja nichtmal ein foto von ihm einfach so ansehen, es krampft sich etwas zusammen in mir drinnen. oh nein oh nein, murmelt es unwillkürlich und die hände legen das bild schnell weg. ich sehe sein gesicht nicht mehr genau vor meinem inneren auge. aber ich kann die stimme noch hören und ich spüre noch die festigkeit der umarmung. das war unser drittes treffen, wir standen in seinem vorzimmer und haben uns umarmt. und es war, als wären wir geschwister, die sich ein halbes leben lang nicht gesehen hatten. diese umarmung vergesse ich wohl nie. 'wie schön, dass du endlich da bist. so gut, dich zu haben.'

schrecklich, wenn ich daran denke, ihm gegenüber zu sitzen, über das zu reden, was mich so traumatisiert hat, das ereignis, das so eine tiefe furche durch meine persönlichkeit gezogen hat. der graben ist noch längst nicht zugeschüttet, leider noch längst nicht.
ich habe vorgestern eine alte kiste gefunden, mit alten geburtstagsglückwunschkarten, fotos, briefen von meinem vater. da lag es, sein diplomprüfungszeugnis. mit amtlichem stempel, originalunterschrift. er hat es mir einmal in einem brief geschickt, warum genau, weiß ich nicht mehr. ich packte das blatt in ein kuvert mit einer kurzen nachricht. die adresse weiß ich noch auswendig.

was ist das, ist das noch liebe, oder ist das schon wahnsinn. oder nichts von beidem, ein haufen offener fragen, der mich quält. ich habe nie gefragt. ich habe immer mitgespielt. die letzten fragen konnte ich nicht mehr stellen, hatte einfach keine kraft. ob ich jetzt bereit dazu bin, weiß ich nicht. es ändert nichts. es würde nur den graben tiefer machen.

abschließen, ruhe finden. das wäre schön. aber brauche ich das nicht auch? den schmerz, die erinnerung, den letzten kleinen funken gefühl.
weinst du noch deswegen?, fragt n. nein, ich weine schon lange nicht mehr. aber es vergeht kein tag ohne einen gedanken an ihn. und vielleicht ist es einfach schon ein teil von mir. oder nimm es endlich von mir, ich will frei sein.
8.7.09 02:29
 


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